Gießereimechaniker/-in

Berufsausbildung

Es handelt sich um einen anerkannten Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz. Die 3 1/2 jährige Ausbildung erfolgt im Wesentlichen im Industriebetrieb und in der Berufsschule. Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Verkürzung der Ausbildungsdauer möglich.

Inhalte und Ablauf

Auszug aus dem Ausbildungsrahmenplan und dem Rahmenlehrplan

1. - 18. Ausbildungsmonat:

Ausbildung im Betrieb:

  • Herstellen von Bauteilen und Baugruppen
  • Sicherstellen der Betriebsfähigkeit von gießereitechnischen Systemen
  • Handhaben von Formstoffen für Formen und Kerne
  • Anschlagen, Sichern und Transportieren
  • Anwenden von Formverfahren
  • Entformen und Nachbehandeln von Gussstücken
  • Handhaben von Werk- und Hilfsstoffen
  • Gießen
  • Anwenden von Steuerungs- und Regelungstechnik
1. und 2. Ausbildungsjahr:

Ausbildung in der Berufsschule in den Lernfeldern:

  • Bauelemente mit handgeführten Werkzeugen fertigen
  • Bauelemente mit Maschinen fertigen
  • Baugruppen herstellen und montieren
  • Technische Systeme instand halten
  • Gussstücke in verlorenen Formen herstellen
  • Gussstücke in Dauerformen herstellen
  • Kerne herstellen und handhaben
  • Legierungen herstellen, aufbereiten und zum Gießen bereitstellen

Abschlussprüfung Teil 1 findet im vierten Ausbildungshalbjahr statt

19. - 48. Ausbildungsmonat:

Ausbildung im Betrieb:

  • Vertiefung der Kenntnisse aus den ersten 18 Ausbildungsmonaten
  • Bedienen und Überwachen von gießereitechnischen Produktionsanlagen
  • Schmelzen und Warmhalten
  • Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten im jeweiligen Schwerpunkt
3. und 4. Ausbildungsjahr:

Ausbildung in der Berufsschule in den Lernfeldern:

  • Formstoffaufbereitung planen und durchführen
  • Gussstücke mit mehrfach geteilten Modellen in verlorenen Formen herstellen
  • Gussstückherstellung in Dauerformen planen und durchführen
  • Gussstücknachbehandlung durchführen
  • Maschinen und Anlagen der Gießereitechnik in Betrieb nehmen und instand halten
  • Qualität gießereitechnischer Erzeugnisse sichern

Abschlussprüfung

Berufsausübung (ausgewählte Merkmale)

Nach abgeschlossener Berufsausbildung gibt es eine Reihe beruflicher Ausübungsmöglichkeiten meist in mittelständischen Eisen-, Stahl- und Nichteisenmetallgießereien, deren verschiedenartige, nach Form und Größe unterschiedliche Produkte besonders im Fahrzeug- und Maschinenbau, in der Stahlindustrie und Bauwirtschaft verwendet werden.

Aufgaben und Tätigkeiten

Gießereimechaniker/-innen überwachen den gesamten Produktionsablauf in der gießereitechnischen Fertigung. Je nach Schwerpunkt, in dem sie tätig sind, fertigen sie anhand eines Modells Gussformen sowie Kerne, die in die Formen eingelegt werden, um im späteren Gussstück benötigte Hohlräume zu erzeugen. Oder sie stellen mithilfe von bereits bestehenden, wiederverwendbaren Formen Werkstücke her. Die Gießereimechaniker/-innen schmelzen Metall in Schmelzöfen und geben ggf. Legierungsmetalle und weitere Zusatzstoffe zu, um bestimmte Materialeigenschaften zu erreichen. Hat die Schmelze die richtige Verarbeitungstemperatur erreicht, werden die Formen damit gefüllt. Nach dem Erkalten werden die Formen entfernt, das entnommene Gussteil auf Gießfehler kontrolliert und überstehende Teile entfernt sowie ggf. zusätzliche Wärmebehandlungen vorgenommen, um die Materialeigenschaften nochmals zu verbessern.

Berufliche Weiterbildung

Aufstiegsfortbildung (nach entsprechender Berufspraxis)

  • Industriemeister/-in
  • staatl. gepr. Techniker/-in
  • Technische/r Fachwirt/-in