Deutsch-Chinesischer Jugendaustausch

Erfahrungsbericht Oktober / Dezember 2016

Von:

Luisa Kreis (Duales Studium BWL)

"Im letzten Jahr nahm ich an einem deutsch-chinesischen Jugendaustausch, der von der Akademie Biggesee organisiert wurde, teil. Über diese Möglichkeit habe ich mich sehr gefreut, da ich so ein für mich völlig fremdes Land sowie eine neue Kultur kennenlernen durfte.
An dem Austausch nahmen 12 weitere Auszubildende aus dem Kreis Olpe sowie 12 chinesische Jugendliche teil.

Im Oktober 2016 besuchten uns die chinesischen Jugendlichen für eine Woche. Auf dem Programm standen verschiedene Gruppenarbeiten, wie zum Beispiel das Bauen einer Zukunftsstadt. Um den chinesischen Austauschschülern das duale Prinzip einer beruflichen Ausbildung in Deutschland näher zu bringen, besichtigten wir zunächst das Berufskolleg in Olpe und anschließend bekamen wir eine Werksführung in meinem Ausbildungsbetrieb, der Firma Kemper. Eine Fahrt nach Köln und Bonn durfte natürlich auch nicht fehlen, damit die chinesischen Jugendlichen auch Eindrücke von deutschen Großstädten gewinnen konnten. Wir besichtigten dort das Haus der Geschichte und den Kölner Dom. Den letzten Tag durften wir selbst gestalten und so zeigten wir den Chinesen unser Zuhause und verschiedene Ausflugsziele in unserer Heimat. Der Tag endete mit einem schönen Grillabend in der Akademie mit allen Teilnehmern.

Nun war der erste Teil des Austausches bereits um und wir mussten Abschied von unseren neuen Freunden nehmen. Wir verstanden uns alle sehr gut und hatten eine schöne, spannende Woche zusammen verbracht. Deshalb warteten wir gespannt auf den zweiten Teil, in dem es für uns deutschen Auszubildenden hieß, die Reise nach China anzutreten.

Am 11.12.2016 war es dann endlich so weit. Nach einer fast 20-stündigen Anreise, mit Zwischenstopp in Shanghai, wurden wir in Qingdao von den chinesischen Jugendlichen begrüßt. Qingdao ist eine ehemalige deutsche Koloniestadt an der Ostküste Chinas, wo heute 8 Millionen Einwohner leben.

Das von den Chinesen geplante Programm war sehr kurzweilig und wir konnten viele Eindrücke von Qingdao, aber auch von der chinesischen Kultur und Lebensweise sammeln. Wir besichtigten die zwei Schulstandorte der chinesischen Jugendlichen. Hier bekamen wir unter anderem einen Einblick in die Wohnanlagen und Klassenräume, was für uns Deutschen sehr interessant zu sehen war, da die chinesischen Schüler mit bis zu acht Mitschülern in einem Zimmer leben und Klassen aus bis zu 50 Schülern bestehen. Wir erkundeten zahlreiche Bauten der Stadt, die in der Kolonialzeit von Deutschen erbaut wurden. Hierzu zählt die katholische St. Michaels-Kathedrale, von der wir einen schönen Ausblick über die gesamte Stadt bekamen, dann die Residenz des ehemaligen deutschen Gouverneurs und die Brauerei des Tsingtao-Biers, wo wir sogar deutsches Essen bekamen.

Auf dem Programm standen ebenfalls der Besuch der Niederlassung von der Firma Hensel aus Lennestadt und des Archivs von Qingdao, in dem wir mehr über die Geschichte der Stadt erfahren konnten. Die chinesischen Jugendlichen zeigten uns den Platz des 4. Mais, wo ein sehr hohes, rotes Denkmal steht und den Sturm darstellen soll, den die Chinesen bei der japanischen Besatzung im Jahr 1919 auslösten. Von diesem Platz sah man auch die olympischen Ringe. Qingdao war Austragungsort der olympischen Sommerspiele 2008 im Segeln.

Auch in China war ein Tag geplant, an dem die Chinesen uns ihr Familienleben zeigen konnten. Eine Chinesin zeigte mir die Wohnung, in der sie mit ihren Eltern und ihrer Schwester lebt und ich bekam die Möglichkeit, mich an der Zubereitung von chinesischen Dumplings zu probieren. Dumplings sind Teigtaschen, ähnlich wie Maultaschen. Die Zeit in China endete mit einem gemeinsamen Abendessen, bei dem wir unsere Gastgeschenke austauschen konnten.

Der Austausch mit den chinesischen Jugendlichen war für mich eine wirklich spannende und lehrreiche Zeit und ich bin sehr froh, diese Möglichkeit, eine neue Kultur kennenzulernen, genutzt zu haben."