Auslandspraktikum Portsmouth, UK

Erfahrungsbericht Oktober 2016

Von:

Dominika Stachewicz (Ausbildung zur Industriekauffrau, 2. Ausbildungsjahr)
Anna Westhoff (Ausbildung zur Industriekauffrau, 2. Ausbildungsjahr)
Isabel Germann (Ausbildung zur Industriekauffrau, 2. Ausbildungsjahr)
Sinan Sarac (Ausbildung zum Verfahrensmechaniker, 4. Ausbildungsjahr)

"Unser Ausbildungsbetrieb „Gebr. Kemper GmbH + Co. KG“ machte es in diesem Jahr zum zweiten Mal möglich, insgesamt sieben Auszubildenden die Chance auf ein Auslandspraktikum zu geben. Dies entstand in Zusammenarbeit mit der IHK in Siegen. Die Teilnahme war freiwillig und die Auswahl fiel auf diejenigen, die sich durch gute Leistungen in der Schule und im Betrieb beweisen konnten. Eine Gruppe mit drei Auszubildenden von Kemper trat bereits im August ihr einmonatiges Praktikum in der Hafenstadt Portsmouth an der Südküste Englands an. Wir vier (Dominika, Anna, Isabel und Sinan) wurden für das Praktikum im Oktober eingeteilt. Insgesamt bekamen noch sechs weitere Auszubildende von anderen Firmen aus der Umgebung diese großartige Möglichkeit.

Bereits einige Monate vor Start des Praktikums begannen die Vorbereitungen in enger Kommunikation mit der IHK und dem britischen Korrespondenten IBD Partnership. Die beiden Einrichtungen sorgten dafür, dass mit Unterstützung der EU ein solches Projekt überhaupt zustande kam. Schon beim Vortreffen, bei dem wir unter anderem die anderen Gruppenmitglieder das erste Mal trafen, stieg die Vorfreude. Auch ein wenig Aufregung machte sich breit, da es für uns und viele andere das erste Mal war, eine längere Zeit im Ausland zu verbringen. Jedoch hatten wir immer im Hinterkopf, dass dies eine einmalige tolle Gelegenheit ist sich selbst zu fordern und einen Einblick in eine andere Kultur und Arbeitswelt zu bekommen, die uns keiner mehr nehmen könnte.

Am 02.10.2016 sollte es dann endlich losgehen. Mit viel Nervosität begann unsere Reise vom Flughafen in Düsseldorf nach London Heathrow. Dort angekommen, organisierten wir uns bereits selbstständig einen Bus für die Fahrt nach Portsmouth.

Nach etwa vier Stunden Busfahrt kamen wir dann wohlbehalten in Portsmouth an, wo wir von einer Mitarbeiterin der IBD empfangen wurden. Diese teilte uns die wichtigsten Informationen mit und gab uns ein paar relevante Unterlagen mit, die uns während unseres Aufenthaltes helfen sollten. Unsere Gruppe wurde dann auf verschiedene Taxis aufgeteilt, die uns in unsere Gastfamilien brachten. Die Gastfamilien wurden ebenfalls von der IBD gewählt, wobei die meisten bereits Erfahrungen mit Gastschülern hatten. Die Familien warteten bereits und begrüßten uns mit typisch englischem Essen.

Am nächsten Morgen fand das Treffen zur Einführung bei der IBD statt. Wir wurden sehr herzlich empfangen und hörten einen hilfreichen Vortrag über den englischen Alltag, die Menschen, die Kultur und das Arbeitsleben, wodurch unsere Ängste kleiner wurden. Uns wurden nicht nur Informationen über Do’s und Dont´s, sondern auch Einblicke in die Perspektive eines Briten gegeben. Es wurde sehr betont, dass es viele Unterschiede zwischen dem Leben in England und Deutschland gibt und man für eine erfolgreiche und schöne Zeit durchaus versuchen sollte, sich auf etwas Neues einzulassen und sich aus seiner Komfortzone heraus zu wagen. Zum Thema Kommunikation in England bekamen wir mit auf den Weg, dass die drei wichtigsten Wörter: „please“, „sorry“ und „thank you“ sind. Zudem wurde uns nach dem Vortrag noch eine genauere Information zum Ablauf unseres ersten Arbeitstags gegeben.

Im Anschluss an die Einführung machten wir noch eine Stadtführung durch Portsmouth, um ein paar erste Eindrücke von der Stadt zu bekommen. Hier sahen wir neben dem Stadtzentrum, dem Hafen und unzähligen Shoppingmöglichkeiten auch den Spinnaker Tower und den Clarence Pier, der einem kleinen Freizeitpark ähnelte. Alles in allem kann man sagen, dass Portsmouth eine sehr schöne kleine Stadt ist, die mit etwa 200.000 Einwohnern eine Menge zu bieten hat und auch aufgrund der Strandnähe etwas Besonderes ist.

Am ersten Arbeitstag wurden wir von Mitarbeitern der IBD bei den Gastfamilien abgeholt und zu unseren Praktikumsbetrieben gebracht. Wie sich nachher herausstellte, handelte es sich hier um ganz unterschiedliche Betriebe mit unterschiedlicher Arbeitsweise.

So hatten Dominika und Isabel das Glück in einem tollen Familienbetrieb zu arbeiten, in dem sie sich schon nach wenigen Tagen sehr wohl und aufgenommen fühlten. Ihre Aufgaben dort unterschieden sich sehr von der Arbeit, die sie in Deutschland während der Ausbildung zur Industriekauffrau erledigen. Hier waren sie vor allem im Bereich des Marketings eingesetzt und sollten einige organisatorische sowie kreative Aufgaben bewältigen. An ihrem letzten Arbeitstag lud ihr Chef sie auf einen gemeinsamen Abend im Pub ein, an dem auch einige Mitarbeiter teilnahmen. Anders als am ersten Tag erwartet, waren sie sehr traurig, dass das Praktikum bei „In2 Solid Surfaces Ltd.“ vorbei war. „Wir sind froh, dass wir die Chance hatten, in einem solchen Betrieb arbeiten zu können und damit einen Einblick in die Arbeitswelt in England zu bekommen.“

Sinan war in einer Autowerkstatt untergebracht und verbrachte einen Großteil seiner Zeit damit, den Mitarbeitern beim Schrauben und Reparieren zuzuschauen, da auch er kaum Erfahrungen in diesem Beruf hatte und er in seiner Ausbildung zum Verfahrensmechaniker in einem anderen Bereich arbeitet. Aber auch hier war es interessant, in das englische Arbeitsleben zu schnuppern und vielleicht den ein oder anderen Handgriff gelernt zu haben.

Anna arbeitete bei „Hippo Waste“, einer großen Recycling Firma, in der sie vergleichbare Aufgaben wie in ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau hatte. Sie erledigte größtenteils administrative Aufgaben und hatte sogar oft die Möglichkeit, im Call Center des Unternehmens bei Telefonaten zuzuhören, was ihr dabei half ihr Verständnis stark zu verbessern. Auch für sie war es eine tolle Erfahrung und ein interessanter Einblick in den englischen Arbeitsalltag. Wir alle hatten relativ lange Arbeitszeiten, die vergleichbar zu unseren Arbeitszeiten in Deutschland waren.

Nach der Arbeit und vor allem am Wochenende verbrachten wir viele gemeinsame Tage und Abende zusammen mit der ganzen Gruppe in Pubs, Restaurants oder zum Shoppen. Sogar das ein oder andere Treffen bei einer Gastfamilie kam zustande. Außerdem wurden Städte wie Brighton, Southampton oder Winchester aus der Umgebung besucht, die sich als sehr attraktive Städte für Besucher zeigten. Nicht zu vergessen ist natürlich die Hauptstadt London, die mit dem Bus leicht zu erreichen war. Hier ließen wir es uns als gesamte Gruppe nicht nehmen, direkt ein ganzes Wochenende in einem Hostel zu verbringen, was sich wirklich sehr lohnte. Wir erkundeten Sehenswürdigkeiten wie den Big Ben, die Tower Bridge, den Picadilly Circus, den Hyde Park und den berüchtigten Buckingham Palace.

Sehr zu gute kam uns das überraschend gute Wetter in England, denn für das Land in dem es bekanntlich fast nur regnet, hatten wir sehr oft sonniges Wetter und nur zwei Tage Regen.

Abschließend können wir sagen, dass wir sehr glücklich und froh darüber sind, dass wir so eine einmalige Möglichkeit bekommen haben und wir in jeder Hinsicht optimal von unserem Ausbildungsbetrieb Gebr. Kemper unterstützt wurden. Wir wissen das sehr zu schätzen und können von uns behaupten, dass wir nicht nur unser Englisch verbessern konnten, sondern uns auch im Hinblick auf unsere Persönlichkeit weiterentwickelt haben. Wir sind jetzt besser in der Lage, uns auf neue Situationen einzulassen, sind selbstsicherer geworden und haben neben neuen Kontakten auch weitere Kompetenzen dazu gewonnen.

Wir können jedem ans Herz legen, diese Chance wahrzunehmen und sich auf diese tolle Erfahrung einzulassen."

Isabel, Anna, Dominika und Sinan